Carina Hansen. Kürbisse kann man essen und außerdem zu lustigen Gesichtern verarbeiten. Stimmt. Jene Kinder, die an diesem Tag auf dem Biohof von Volker Gauchel sind, wissen jedoch noch einiges mehr damit anzufangen. Das Helene-Weber-Haus von Stadt und Kreis Aachen widmet der herbstlichen Beerenart nämlich einen ganzen Nachmittag. "Mit so viel Interesse haben wir nicht gerechnet", ist Klara Leufen, Mitarbeiterin der Bildungsstätte ganz begeistert von den rund 20 Kindern samt ihren Eltern, die bastel- und abenteuerlustig auf den Beginn der mehrstündigen Aktion warten. Auf dem Programm steht ein abwechslungsreicher Spiel- Bastel- und Erntenachmittag rund um den Kürbis. Doch zunächst einmal geht es in den nahen Wald, Bastelzubehör sammeln. "Hier findet Ihr eine ganze Menge", ermuntert Mitorganisator Bernhard Ruhl vom "Klatschmohn" Förderverein die erwartungsvolle Kinderschar. Eine große Schubkarre steht schon bereit und wird nur wenig später mit roten Beeren, Eicheln, Kastanien und vielem mehr gefüllt. Kurz werden die Zierkürbisse geerntet, denn diese eignen sich hervorragend für Bastelzwecke. Kleine und große Hände packen fleißig mit an, die bunten Gesellen wollen schließlich noch ordentlich in einem Waschzuber von Erde gesäubert und geschrubbt werden. Dann endlich geht es an den Basteltisch. Die gesammelten Schätze aus dem Wald liegen schon bereit, ebenso Schere und Draht. Sehr viel mehr ist auch nicht nötig, um einen einfachen Kürbis in einen lustigen Wichtel mit langer Nase, das jeweilige Lieblingstier oder einfach in eine außergewöhnliche Tischdekoration zu verwandeln. Bernhard Ruhl beobachtet die fleißigen Künstler mit Vergnügen, hält sich jedoch bewusst im Hintergrund. "Ich will die Phantasie der Kinder gar nicht beeinflussen", erklärt Ruhl, der schon viele solcher und ähnlicher Veranstaltungen organisiert hat. Den Kindern die Natur näher bringen und einfach mal zeigen, wie Kürbisse überhaupt wachsen: Dies ist das einfache und wirkungsvolle Ziel des vergnüglichen Nachmittages. "Selbst Eltern wissen manchmal nicht, wie und wo welches Gemüse geerntet wird", denkt Klara Leufen an einen Kurs in der Vergangenheit zurück. Der Gang zum Supermarkt ist eben einfach und bequem. Aber nicht halb so lehrreich wie ein Nachmittag auf dem Biohof.
Veröffentlicht 09/2007 in den Aachener Nachrichten (Nordkreis)